Paired Reading: Lesekompetenz verbessern mit synchronem Lesen

© Robert Kneschke - Fotolia.com
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Was hilft wirklich, um die Lesekompetenz des Kindes zu verbessern? Nützt es, das Kind aufzufordern mehr und öfter zu lesen? Nach Meinung von Prof. Cornelia Rosebrock von der Universität Frankfurt gibt es wenige wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie viel Kinder lesen müssen, um wirklich Texte verstehen zu können.

Die in den USA entwickelte Methode des „Paired Reading“ erweist sich sich jedoch als besonders effizient. Für die Adaption dieser Methode hat Rosebrock einen USable-Ideenpreis der Körber-Stiftung bekommen.

Was ist „Paired Reading“?

Bei dieser Methode lesen Kind und Tutor einen Text gemeinsam laut vor. Erfolge treten schnell ein: das aktive Erleben und Hören eines richtig gesprochenen Textes verbessert die Leseflüssigkeit und das Leseverstehen eines schwachen Lesers.

Die Studie von Rosebrock und Wetterauer an der Universität Frankfurt

Für die Interventionsstudie wurden das wiederholende und das begleitende Lautlesen (Paired Repeated Reading) als Förderverfahren weiterentwickelt.

Begleitendes Lautlesen – Paired Reading

Gute Leser (Tutoren) bilden zusammen mit schwächeren Lesern (Tutanden) Lese-Tandems, in denen Texte synchron laut vorgelesen werden. Der Tutor fungiert dabei als Lesemodell. Er passt sich der Geschwindigkeit des Tutanden an und führt die jeweilige Zeile mit dem Finger mit. Werden auftretende Lesefehler nicht innerhalb von 4 Sekunden korrigiert, verbessert der Tutor und beide lesen am Satzanfang laut und synchron weiter. Auf ein Signal des Lernenden setzt der Tutor aus und nimmt das Lesen bei einem unkorrigierten Fehler wieder auf.

Die Studie zum Paired Reading wurde in eine Rahmenhandlung eingebunden. Die Klassen nehmen an einer Lese-Meisterschaft teil, die einzelnen Tandems trainieren dreimal pro Woche 20 Minuten. Gelesen werden Sach- und fiktionale Texte mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Sustained Silent Reading

Stille Lesezeiten und eine hohe Lesemenge sollen die Verbesserung der Leseflüssigkeit und Vermehrung des sprachlichen Wissens zur Folge haben. In dieser Studie wurden den Klassen dieser Gruppe Lesekisten mit etwa 70 attraktiven Büchern zur Verfügung gestellt. Die Schüler wählen frei aus und lesen 20 Minuten still. Rahmenhandlung ist eine „Lesereise“, bei der die Klasse möglichst viele „Buchmeter“ erlesen muss. Die Angabe der Buchmeter ist auf dem Buch dokumentiert. Die Kinder bekommen eine „Lesereisepass”.

Insgesamt nahmen 31 Hauptschulklassen der sechsten Jahrgangsstufe teil. Dauer der Studie waren 5 Monate mit dreimal 20 Minuten Leseinheiten pro Woche.

Resümee

Das Lautleseverfahren führt zur Verbesserung der Leseflüssigkeit bei Schülern, die in dieser Jahrgangsstufe noch unterdurchschnittlich gut lesen. Die Wirksamkeit des offenen Buchlese-Settings auf die Leseleistung und die Lesemotivation konnte nicht nachgewiesen werden.
Ein interessantes Ergebnis!

Es empfiehlt sich für Förderkräfte, Therapeuten und auch Eltern die Methode des “Paired Reading” auszuprobieren.

Mehr zu diesem Thema auf den Seiten der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von © lrs-leghastenie.info übernommen.

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